2013-Mikrokredite

Mit Mikrokrediten Arbeit und Einkommen schaffen
Die Möglichkeiten, mit Hilfe von Mikrokrediten Arbeit und Einkommen zu schaffen und damit die Armut zu bekämpfen, waren Thema einer Informationsveranstaltung, zu der die Sozialdemokratische Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi) in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Millenniumstadt Gau-Algesheim“ eingeladen hatte.

In seinen einführenden Worten wies der SBi-Vorsitzende Klaus Leibenath darauf hin, dass dieses Thema schon seit längerer Zeit auf der Agenda stehe und er heute mit Silvia Winkler vom Oikocredit-Förderkreis Hessen-Pfalz eine kompetente Referentin begrüßen könne.

Diese stellte zunächst ihre Organisation vor, die sich in ihrer weltweiten Arbeit den Millenniumzielen „Bekämpfung der Armut“ und „faire Handels- und Finanzsysteme“ verpflichtet fühle. Am Beispiel von Peru zeigte sie den Gegensatz zwischen Reichtum an Tieren, Pflanzen und Mineralien einerseits und der sozialen Situation andererseits auf, die von Armut, Landflucht, städtischen Slums und dem illegalen Anbau und Handel von Koka gekennzeichnet sei. Hier Abhilfe zu schaffen, sei Ziel der 1975 vom ökumenischen Rat der Kirchen gegründeten internationalen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit. Sie stehe für weltweite Gerechtigkeit, soziale Verantwortung bei Investitionen und fairen Handel.

Das von Mitgliedern und Anlegern bereitgestellte Geld werde über Mikrokreditfinanzinstitutionen wie Dorfbanken oder direkt an Produktionsbetriebe wie Genossenschaften in Entwicklungsländern als Hilfe zur Selbsthilfe bereitgestellt. Sie verwies dabei weltweit auf 48.000 Anleger, 850 Partner in 70 Ländern und ein Finanzierungsvolumen von 530 Mio. Euro. Mit diesen Krediten würden insbesondere Pflanzen, Saatgut, Maschinen, Fahrzeuge und sonstige Geräte finanziert, um damit Arbeit und Einkommen zu beschaffen. Beispielhaft nannte sie in Peru einige Projekte, darunter die Genossenschaft Naranjjllo, deren Produkte z.B. auch im örtlichen Weltladen Haus Bernardin erhältlich sind und die sie den Anwesenden zum „Fair-kosten“ anbot. Frau Winkler stellte sich dabei auch kritischen Fragen aus dem Publikum, die die Praxis von Mikrokrediten in Anbetracht der hohen Zinsen und der damit verbundenen Existenzgefährdung in Zweifel zogen. Abschließend zeigte sie die Möglichkeiten auf, sich wie viele Privatpersonen, Kirchengemeinden, Bistümer und sonstige Organisationen persönlich mit einer Mitgliedschaft und einer ethisch verantwortlichen Geldanlage zu engagieren.

Günter Frey als Schriftführer des Arbeitskreises „Millennium“ war es dann vorbehalten, sich bei der Referentin und ihrem ehrenamtlichen Helfer mit einem Präsent in Form des Gau-Algesheimer Millenniumweines für ihren sehr informativen Vortrag ganz im Sinne der Ziele von SBi und Arbeitskreis zu bedanken.

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