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Aktion „Gau-Algesheim gegen Atomwaffen“ erfolgreich

Das Thema „Abschaffung der Atomwaffen“ war Gegenstand von zwei Aktionen der Sozialdemokratischen Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi). Ausgangspunkt war die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Organisation ICAN im Dezember letzten Jahres.

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Klaus Leibenath, Dieter Faust, Heidi Kassai, Rolf Mantowski und Günter Frey (von links nach rechts) als Redner/in bei der Informationsveranstaltung zu ICAN als Friedensnobelpreisträgerin. Bild: Gisela Schneider-Lochstampfer

Bei einem Informationsabend, zu dem der SBi-Vorsitzende Klaus Leibenath ein interessiertes Publikum begrüßen konnte, bot sich Gelegenheit ICAN näher vorzustellen. Er erwähnte, dass sich Gau-Algesheim auf Antrag der SPD-Fraktion bereits 1986 der Initiative „Bürgermeister für den Frieden“ angeschlossen hatte. Dies griff Stadtbürgermeister Dieter Faust in seinem Grußwort auf und verwies darauf, dass er als Symbol des Engagements der Stadt das Banner dieser Kampagne gehisst habe.

Rolf Mantowski stellte als Moderator des Abends den geschichtlichen Bezug mit der Kubakrise in 1962 und den Demonstrationen Ende der 70er -/ Anfang der 80er-Jahre her und sah in der ICAN-Initiative die Chance einer neuen Mobilisierung in einer derzeit militärisch schwierigen Lage.

ICAN-Aktivistin Heidi Kassai, Hauptreferentin des Abends, erinnerte nicht nur an den Abwurf der Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki mit über 100.000 Toten und zahllosen Folgeopfern, die -sofern sie überlebt haben – heute noch an den Folgen leiden: Sie nannte auch die über 2.000 Atombombenversuche verschiedener Länder mit einer extremen Kontaminierung. Neben Aktivisten wie Albert Schweitzer und Karl Bechert habe sich mit der Organisation „Internationale Ärzte gegen den Atomkrieg“ (IPPNW) der Vorläufer von ICAN gebildet. Heute umfasse ICAN 480 Partnerorganisationen in über 100 Ländern. Dazu gehöre auch die Gau-Algesheimer SBi. Anhand einer Weltkarte verdeutlichte Kassai die aktuelle nukleare Bedrohung. Mit 15.000 atomaren Sprengköpfen sei das Potential vorhanden, die Welt mehrfach zu vernichten. Dazu gehörten auch die im nahen Büchel stationierten Waffen, die eine Gefährdung der Bewohner unserer Region darstellen.

Die atomare Rüstung abzuschaffen und das atomare Wettrüsten zu beenden, seien Gegenstand eines Beschlusses von 122 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen. Es sei bemerkenswert, dass insbesondere der sog. Globale Süden, d.h. die Entwicklungsländer, im Gegensatz zum Globalen Norden diesem Vertrag beigetreten seien. Bedauerlicherweise habe sich Deutschland nicht an den Verhandlungen beteiligt und dem Vertrag auch nicht zugestimmt. Dies zu ändern sei eines der Ziele von ICAN. Dafür werbe ICAN um breite Unterstützung durch die Öffentlichkeit.

Den lokalen Bezug des Themas stellte Günter Frey her, der auf das Engagement von Prof. Dr. Karl Bechert einging, der schon in den 50er-Jahren vor den verheerenden Folgen des Einsatzes von Atomwaffen gewarnt habe. Gau-Algesheim könne darauf stolz sein, mit ihm ein Teil der Geschichte der Friedens- und Anti-Atomwaffen-Politik geworden zu sein.

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Die Gruppe der Aktivisten um Liedermacher Volker Döring bei der Anti-Atomwaffen-Kundgebung auf dem Gau-Algesheimer Marktplatz. Bild: Günter Frey

Die zweite SBi-Aktion war eine Kundgebung auf dem Marktplatz. Die musikalische Begleitung durch den Liedermacher Volkmar Döring mit vielen einfühlsamen Liedern aus der Friedensbewegung schaffte dazu die passende Atmosphäre. Ziel war es, möglichst viele Unterschriften zu gewinnen, um die Bundesregierung aufzufordern, sich der UN-Resolution zum Verbot von Atomwaffen anzuschließen. Der SBi-Vorstand zeigte sich mit der beachtlichen Zahl von 173 Unterschriften hoch zufrieden mit seiner Aktion, die Bevölkerung zu sensibilisieren und dessen Wunsch nach einer atomwaffenfreien Welt näher zu kommen.

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Prof. Dr. Karl Bechert als Vorkämpfer von ICAN

Mit Stolz hat der Vorstand der Sozialdemokratischen Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi) die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Organisation ICAN (Internationale Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen) verfolgt: „Mit diesem Preis hat die engagierte und kämpferische Arbeit von Prof. Dr. Karl Bechert gegen die atomaren Gefahren nach 60 Jahren eine öffentliche Anerkennung gefunden.“

In dessen Sinne engagiere sich die SBi in mehrfacher Hinsicht. So hätte sie sich zusammen mit der örtlichen SPD schon im Jahre 1986 für eine Mitgliedschaft in der weltweiten Initiative „Bürgermeister für den Frieden“ eingesetzt, der Gau-Algesheim immer noch angehört. Ausgehend von einer Unterschriftenaktion zum 60. Gedenktag des Bombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki habe sie sich an die Bundeskanzlerin und die im Bundestag vertretenen Parteien gewandt, aber leider nur ausweichende Antworten erhalten. Zum SBi-Engagement zähle auch eine Teilnahme bei einer Demonstration in Büchel in der Eifel, wo immer noch 20 Atomwaffen gelagert sind. Die SBi sei auch dank der finanziellen Unterstützung der Anti-Atomkraft-Kampagne ein kleiner Baustein im globalen ICAN-Netzwerk.

Mit großer Sorge registriere die SBi, dass die internationalen Signale aus USA und Nordkorea im Hinblick auf eine atomare Auseinandersetzung verheerend seien. Die Gefahr einer weltweiten Aufrüstung und eines Einsatzes von Atomwaffen sei deutlich gestiegen. Die SBi stelle auch mit Bedauern fest, dass sich die Bundesrepublik der aktuellen UN-Entscheidung von über 120 Mitgliedsstaaten zur Ächtung der Atomwaffen nicht angeschlossen habe. Insofern sei die frühere Aussage von Bechert: „Wehrt euch! Leistet Widerstand!“ aktueller denn je.

Der SBi-Vorstand kündigte daher an, im Frühjahr eine Veranstaltung zur Vorstellung von ICAN und zur Diskussion der Atomwaffenproblematik durchzuführen. Sie hoffe dabei auf eine breite Unterstützung in der Öffentlichkeit.

 

 

 

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