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Neue Führung bei der SBi Gau-Algesheim

Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Sozialdemokratischen Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi) stand die Verabschiedung von Klaus Leibenath als Vorsitzenden und Gisela Schneider-Lochstampfer als seine Stellvertreterin. Beide hatten das Amt 16 Jahre eingenommen und hatten altersbedingt auf eine weitere Amtszeit verzichtet.

Als Nachfolger wählten die zahlreich erschienenen Mitglieder einstimmig Jan Hofmann als Vorsitzenden und Berthold Döß als Stellvertreter. Beide würdigten eingehend die Arbeit ihrer Vorgänger, die mit ihrem Einsatz über lange Zeit die Arbeit der SBi im Sinne der gesellschaftspolitischen Zielsetzung geprägt haben, was sich auch in einem starken Mitgliederzuwachs zeigte. Als Dank überreichten sie für den literarischen, kulinarischen und fairen Genuss je drei Gutscheine der Buchhandlung Holgersson, des Restaurants Elder und des Weltladens. Die Mitglieder würdigten ihre Arbeit durch einen langen spontanen stehenden Applaus.

Ansonsten wurden unter der Sitzungsleitung von Horst Braner mit Peter Klein, Bettina Karbach, Herbert Hissenauer, Christa Loesch-Goldschmidt und Günter Frey die weiteren Vorstandsmitglieder einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Als Revisorinnen wurden Hedwig Mackert und Gisela Schneider-Lochstampfer gewählt. Den Kassenbericht erstattete Peter Klein, der nach dem positiven Votum der Kassenprüferinnen zusammen mit dem Vorstand entlastet wurde. Davor berichtete Klaus Leibenath über die Vereinsaktivitäten der Jahre 2020 und 2021, die bekanntermaßen durch die Corona-Pandemie eingeschränkt waren. Dennoch engagierte sich die SBi im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Kampf gegen die atomare Bedrohung. Dazu zählte die spektakuläre Aktion des Friedenstheologen Dr. Matthias Engelke mit seiner Fastenaktion auf dem Marktplatz, die Aufstellung der von Anne Hagel geschaffenen „Karl-Bechert-Friedensstele“ am Fliegerhorst in Büchel, auf dem immer noch 20 Atomwaffen der USA gelagert werden. Er erwähnte auch die von der SBi angeregte Aktion der Stadt Gau-Algesheim zum Aufwuchs von Ginkgobäumen, die von Anne Hagel betreut wird. Der Samen wurde von einem Baum gewonnen, der den Atombombenabwurf überstanden hat und vom Oberbürgermeister von Hiroshima zur Verfügung gestellt. Ansonsten verwies er darauf, dass insbesondere das Fahrtenprogramm und die Kabarettveranstaltungen verschoben werden mussten. Mit einem Dank an alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter der letzten Jahre endete eine überaus harmonische Mitgliederversammlung.

Jan Hofmann (1.v.r.) und Berthold Döß (1.v.l.) übernahmen das Amt ihrer Vorgänger Klaus Leibenath (2.v.r.) und Gisela Schneider-Lochstampfer (2.v.l.)) als Führungsduo der SBi Gau-Algesheim. Bild : Edeltrud Bareis

Jan Hofmann (1.v.r.) und Berthold Döß (1.v.l.) übernahmen das Amt ihrer Vorgänger Klaus Leibenath (2.v.r.) und Gisela Schneider-Lochstampfer (2.v.l.)) als Führungsduo der SBi Gau-Algesheim. Bild : Edeltrud Bareis

„Karl-Bechert-Friedensstele“ als Mahnmal gegen Atomwaffen

Die Sozialdemokratische Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi) hat mit ihrer jüngsten Aktivität bundesweit ein neues Signal für Frieden und gegen Atomwaffen gesetzt. Im Mittelpunkt stand die Aufstellung einer „Karl-Bechert-Friedensstele“ auf der Friedenswiese am Fliegerhorst Büchel, dem Lager der in Deutschland stationierten US-Atombomben.

Die Idee dazu hatte das SBi-Mitglied Anne Hagel anlässlich eines Besuchs beim ökumenischen Aktionstag. Es blieb aber nicht bei der Idee. Nach einigen Überlegungen zu dem Inhalt machte sie sich erste Skizzen, was die Stele aussagen sollte: Über Tage hinweg formte und brannte sie die keramischen Elemente, die sie zu einer Stele zusammenfügte. Im Rahmen einer der monatlich stattfindenden Mahnwache in Büchel präsentierte sie für die SBi  hr künstlerisches Werk als Symbol zur weltweiten Abschaffung aller Atomwaffen.

Das Grußwort sprach die mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnete Aktivistin Frau Dr. Elke Koller für die Regionalgruppe des Versöhnungsbundes. Sie ging auf die Geschichte dieser Protestbewegung in Büchel ein und betonte in Anbetracht der Planungen zum geplanten Ausbau von noch weit wirksameren Atomwaffen die Notwendigkeit zur Aufrechterhaltung dieses Protestes im Sinne einer friedvollen Welt. Der SBi-Vorsitzende Klaus Leibenath stellte in seiner Rede die SBi vor, die sich in vielfältiger Weise gesellschaftspolitisch engagiert und frühzeitig in Gau-Algesheim die Bedrohung durch Atomwaffen thematisiert hat. Darunter fallen auch die Mitwirkung in der Initiative „Bürgermeister für den Frieden“ und die Unterzeichnung des ICAN-Städteappells, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, den UN-Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Er dankte dabei dem Stadtbürgermeister für seine Unterstützung. Günter Frey verwies auf die Bedeutung des früheren Gau-Algesheimer Bürgers Prof. Dr. Karl Bechert, der sich als Atomphysiker und Bundestagsabgeordneter bereits in den 1950er-Jahren mit Nachdruck gegen die atomare Bedrohung ausgesprochen hat. Anne Hagel war es dann vorbehalten, ihre Inspiration zu dieser Stele vorzutragen, die sie dem Lebenswerk von Karl Bechert unter dem Motto „Wehrt euch! Leistet Widerstand!“ widmete, und ihre Stele zu enthüllen. Den Abschluss bildete das gemeinsame Singen eines Liedes, das von Friedenstheologe Dr. Matthias Engelke auf seiner Geige begleitet wurde. Alle Akteure waren sich einig, mit dieser gelungenen Aktion wiederum einen kleinen Beitrag zur Abschaffung der Atomwaffen geleistet zu haben.

Karl-Bechert-Friedensstele

Die SBi-Gruppe platziert die „Karl-Bechert-Friedensstele“ auf der Friedenswiese vor dem Atombombenstandort Büchel. V.l.n.r. Peter Mackert, Helga Bürmann, Hedwig Mackert, Norbert Orzel, Anne Hagel, Klaus Leibenath, Peter Klein. Bild Günter Frey

Karl-Bechert-Friedensstele von Anne Hagel

Anne Hagel präsentiert die von ihr aus Keramikelementen zusammengesezzte „Karl-Bechert-Friedensstele“. Bild Günter Frey

 

Friedensflagge am Rathaus in Gau-Algesheim

Die Stadt Gau-Algesheim engagiert sich seit langer Zeit im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Abschaffung von Atomwaffen. Sie ist dazu schon im September 1987 dem internationalen Netzwerk „Bürgermeister für den Frieden“ beigetreten, das vom Oberbürgermeister der Stadt Hiroshima ins Leben gerufen worden ist und in Deutschland von der Stadt Hannover koordiniert wird. Damit gehört Gau-Algesheim zu rund 10.000 Städten weltweit und rund 400 Städten in Deutschland.

Die Stadt beteiligt sich daher wie in den Vorjahren am internationalen Flaggentag dieser Initiative und wird am 8. Juli am Rathaus „Flagge für den Frieden zeigen“. Stadtbürgermeister Michael König will mit dieser Aktion alle Bürgerinnen und Bürger daran erinnern, wie wichtig es gerade in einer eskalierenden Zeit der Auseinandersetzung zwischen den Machtblöcken in dieser Welt ist, darauf zu drängen, dass gemäß dem Beschluss der Vereinten Nationen zur Abschaffung von Atomwaffen die atomaren Potentiale mit ihrer verheerenden Zerstörungskraft nicht weiter aus- sondern vielmehr abgebaut werden.

König dankt in diesem Zusammenhang der Sozialdemokratischen Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi), die dieses Thema immer wieder aufgreift und sich an Demonstrationen unter anderem am Atomwaffenlager im Fliegerhorst Büchel beteiligt. Damit würdigt sie die Arbeit des früheren Gau-Algesheimer Bürgers Prof. Dr. Karl Bechert.