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SBi-Teilnahme an der Menschenkette gegen Atomwaffen

Die Sozialdemokratische Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi) hat sich an einer Menschenkette in Büchel als Protest gegen die dort gelagerten Atomwaffen der USA beteiligt. Damit setzt sich die SBi konsequent für die weltweite Abschaffung aller Atomwaffen ein. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Vereinten Nationen mit großer Mehrheit das Verbot von Atomwaffen beschlossen haben und der Verbotsvertrag zwischenzeitlich internationales Recht ist. Die SBi fordert weiterhin, dass sich auch die Bundesregierung diesem Vertrag anschließt.

Die SBi-Gruppe bei der Menschenkette zeigte sich sehr beindruckt von der emotionalen Atmosphäre und vom friedlichen Ablauf der Demonstration und der anschließenden Kundgebung. Sie verfolgte mit Interesse den Ausführungen der internationalen Rednerinnen und Redner, die eingehend von der atomaren Bedrohung warnten. Zum Abschluss besichtigte die Gruppe die Friedenswiese vor dem Fliegerhorst mit der dort aufgestellten „Karl-Bechert-Friedensstele“. Alle Mitfahrerinnen und Mitfahrer waren einmütig der Auffassung, dass die auch durch die Stadt Gau-Algesheim unterstützte Aktion wiederum ein kleiner aber wichtiger Baustein für eine atomwaffenfreie Welt ist.

Die SBi-Gruppe reihte sich in die von zahlreichen Friedensinitiativen aus der ganzen Bundesrepublik ein und bildete gemeinsam mit 800 Teilnehmer(innen) eine drei Kilometer lange Menschenkette entlang des Sicherheitszauns.

Bild Wilfried Goldschmidt. Die SBi-Gruppe reihte sich in die von zahlreichen Friedensinitiativen aus der ganzen Bundesrepublik ein und bildete gemeinsam mit 800 Teilnehmer(innen) eine drei Kilometer lange Menschenkette entlang des Sicherheitszauns.

 

„Karl-Bechert-Friedensstele“ als Mahnmal gegen Atomwaffen

Die Sozialdemokratische Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi) hat mit ihrer jüngsten Aktivität bundesweit ein neues Signal für Frieden und gegen Atomwaffen gesetzt. Im Mittelpunkt stand die Aufstellung einer „Karl-Bechert-Friedensstele“ auf der Friedenswiese am Fliegerhorst Büchel, dem Lager der in Deutschland stationierten US-Atombomben.

Die Idee dazu hatte das SBi-Mitglied Anne Hagel anlässlich eines Besuchs beim ökumenischen Aktionstag. Es blieb aber nicht bei der Idee. Nach einigen Überlegungen zu dem Inhalt machte sie sich erste Skizzen, was die Stele aussagen sollte: Über Tage hinweg formte und brannte sie die keramischen Elemente, die sie zu einer Stele zusammenfügte. Im Rahmen einer der monatlich stattfindenden Mahnwache in Büchel präsentierte sie für die SBi  hr künstlerisches Werk als Symbol zur weltweiten Abschaffung aller Atomwaffen.

Das Grußwort sprach die mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnete Aktivistin Frau Dr. Elke Koller für die Regionalgruppe des Versöhnungsbundes. Sie ging auf die Geschichte dieser Protestbewegung in Büchel ein und betonte in Anbetracht der Planungen zum geplanten Ausbau von noch weit wirksameren Atomwaffen die Notwendigkeit zur Aufrechterhaltung dieses Protestes im Sinne einer friedvollen Welt. Der SBi-Vorsitzende Klaus Leibenath stellte in seiner Rede die SBi vor, die sich in vielfältiger Weise gesellschaftspolitisch engagiert und frühzeitig in Gau-Algesheim die Bedrohung durch Atomwaffen thematisiert hat. Darunter fallen auch die Mitwirkung in der Initiative „Bürgermeister für den Frieden“ und die Unterzeichnung des ICAN-Städteappells, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, den UN-Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Er dankte dabei dem Stadtbürgermeister für seine Unterstützung. Günter Frey verwies auf die Bedeutung des früheren Gau-Algesheimer Bürgers Prof. Dr. Karl Bechert, der sich als Atomphysiker und Bundestagsabgeordneter bereits in den 1950er-Jahren mit Nachdruck gegen die atomare Bedrohung ausgesprochen hat. Anne Hagel war es dann vorbehalten, ihre Inspiration zu dieser Stele vorzutragen, die sie dem Lebenswerk von Karl Bechert unter dem Motto „Wehrt euch! Leistet Widerstand!“ widmete, und ihre Stele zu enthüllen. Den Abschluss bildete das gemeinsame Singen eines Liedes, das von Friedenstheologe Dr. Matthias Engelke auf seiner Geige begleitet wurde. Alle Akteure waren sich einig, mit dieser gelungenen Aktion wiederum einen kleinen Beitrag zur Abschaffung der Atomwaffen geleistet zu haben.

Karl-Bechert-Friedensstele

Die SBi-Gruppe platziert die „Karl-Bechert-Friedensstele“ auf der Friedenswiese vor dem Atombombenstandort Büchel. V.l.n.r. Peter Mackert, Helga Bürmann, Hedwig Mackert, Norbert Orzel, Anne Hagel, Klaus Leibenath, Peter Klein. Bild Günter Frey

Karl-Bechert-Friedensstele von Anne Hagel

Anne Hagel präsentiert die von ihr aus Keramikelementen zusammengesezzte „Karl-Bechert-Friedensstele“. Bild Günter Frey

 

Friedensflagge am Rathaus in Gau-Algesheim

Die Stadt Gau-Algesheim engagiert sich seit langer Zeit im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Abschaffung von Atomwaffen. Sie ist dazu schon im September 1987 dem internationalen Netzwerk „Bürgermeister für den Frieden“ beigetreten, das vom Oberbürgermeister der Stadt Hiroshima ins Leben gerufen worden ist und in Deutschland von der Stadt Hannover koordiniert wird. Damit gehört Gau-Algesheim zu rund 10.000 Städten weltweit und rund 400 Städten in Deutschland.

Die Stadt beteiligt sich daher wie in den Vorjahren am internationalen Flaggentag dieser Initiative und wird am 8. Juli am Rathaus „Flagge für den Frieden zeigen“. Stadtbürgermeister Michael König will mit dieser Aktion alle Bürgerinnen und Bürger daran erinnern, wie wichtig es gerade in einer eskalierenden Zeit der Auseinandersetzung zwischen den Machtblöcken in dieser Welt ist, darauf zu drängen, dass gemäß dem Beschluss der Vereinten Nationen zur Abschaffung von Atomwaffen die atomaren Potentiale mit ihrer verheerenden Zerstörungskraft nicht weiter aus- sondern vielmehr abgebaut werden.

König dankt in diesem Zusammenhang der Sozialdemokratischen Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi), die dieses Thema immer wieder aufgreift und sich an Demonstrationen unter anderem am Atomwaffenlager im Fliegerhorst Büchel beteiligt. Damit würdigt sie die Arbeit des früheren Gau-Algesheimer Bürgers Prof. Dr. Karl Bechert.