Aktuelles

Politik im Gespräch bei der SBi Gau-Algesheim

Ein interessiertes Publikum verfolgte beim Treffen der Sozialdemokratischen Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi) aufmerksam den Bericht von SBi-Mitglied Joachim Raczek zu den wichtigsten internationalen und nationalen politischen Ereignisse im Jahr 2018. Dabei zeigte er schonungslos die demokratischen Defizite der Staatsführer Putin in Russland, Erdogan in der Türkei und Xi Jingping in China auf. Kritisch kommentierte er aber auch die Rolle von Donald Trump in den USA. Ein zentrales Anliegen war für ihn aber die Entwicklung innerhalb der Europäischen Union, insbesondere der beschlossene Austritt von Großbritannien aus der europäischen Gemeinschaft. Sorge bereiteten ihm auch die zunehmenden nationalen Tendenzen in Ländern wie Ungarn, Polen und Italien. Er hoffe dabei auf neue politische Signale nach den im Mai anstehenden Wahlen zum EU-Parlament.

Er warf aber auch einen Blick auf unser Land, in dem durch den Egoismus einzelner Politiker wie dem früheren CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer und dem amtierenden FDP-Vorsitzenden Christian Lindner wertvolle Regierungszeit verloren ging. Mit Sorge registriere er die marode Infrastruktur. Bedauerlicherweise befinde sich die SPD im Sinkflug, obwohl sie in ihrer langen Geschichte alle wichtigen sozialen Entscheidungen durchgesetzt habe. Äußerst kritisch setzte er sich mit der AFD auseinander, deren Vertreter den Holocaust in menschenverachtender Wiese als „Mückenschiss in der Geschichte Deutschlands“ bezeichnet hätten. Abschließend kommentierte er die rapid wachsende Schere zwischen Arm und Reich, die dringend einer Korrektur bedürfe.

Positiv äußerte er sich zur gesellschaftspolitisch orientierten Arbeit der SBi vor Ort und dankte dem Vorstand für seinen Einsatz.
Bericht: Günter Frey

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Prof. Dr. Karl Bechert als Vorkämpfer von ICAN

Mit Stolz hat der Vorstand der Sozialdemokratischen Bildungsinitiative Gau-Algesheim (SBi) die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Organisation ICAN (Internationale Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen) verfolgt: „Mit diesem Preis hat die engagierte und kämpferische Arbeit von Prof. Dr. Karl Bechert gegen die atomaren Gefahren nach 60 Jahren eine öffentliche Anerkennung gefunden.“

In dessen Sinne engagiere sich die SBi in mehrfacher Hinsicht. So hätte sie sich zusammen mit der örtlichen SPD schon im Jahre 1986 für eine Mitgliedschaft in der weltweiten Initiative „Bürgermeister für den Frieden“ eingesetzt, der Gau-Algesheim immer noch angehört. Ausgehend von einer Unterschriftenaktion zum 60. Gedenktag des Bombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki habe sie sich an die Bundeskanzlerin und die im Bundestag vertretenen Parteien gewandt, aber leider nur ausweichende Antworten erhalten. Zum SBi-Engagement zähle auch eine Teilnahme bei einer Demonstration in Büchel in der Eifel, wo immer noch 20 Atomwaffen gelagert sind. Die SBi sei auch dank der finanziellen Unterstützung der Anti-Atomkraft-Kampagne ein kleiner Baustein im globalen ICAN-Netzwerk.

Mit großer Sorge registriere die SBi, dass die internationalen Signale aus USA und Nordkorea im Hinblick auf eine atomare Auseinandersetzung verheerend seien. Die Gefahr einer weltweiten Aufrüstung und eines Einsatzes von Atomwaffen sei deutlich gestiegen. Die SBi stelle auch mit Bedauern fest, dass sich die Bundesrepublik der aktuellen UN-Entscheidung von über 120 Mitgliedsstaaten zur Ächtung der Atomwaffen nicht angeschlossen habe. Insofern sei die frühere Aussage von Bechert: „Wehrt euch! Leistet Widerstand!“ aktueller denn je.

Der SBi-Vorstand kündigte daher an, im Frühjahr eine Veranstaltung zur Vorstellung von ICAN und zur Diskussion der Atomwaffenproblematik durchzuführen. Sie hoffe dabei auf eine breite Unterstützung in der Öffentlichkeit.